Mental Health im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
4 November, 2024
5 Minuten
Mental Health im Betrieblichen Gesundheitsmanagement: Warum die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden entscheidend ist
Psychische Gesundheit wird immer mehr zu einem zentralen Thema in der Arbeitswelt. Stress, Überlastung und mentale Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen haben in den letzten Jahren zugenommen – auch und vor allem am Arbeitsplatz. Deshalb ist es für Unternehmen nicht nur sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich klug, Mental Health ins Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu integrieren.
Zahlen, Daten und Fakten: Der Status Quo der psychischen Gesundheit in Unternehmen
Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Fehlzeiten und langfristige Ausfälle in Unternehmen. Der DAK Psychreport 2023[1] zeigt einen starken Anstieg psychisch bedingter Fehltage am Arbeitsplatz, mit 301 Fehltagen je 100 Versicherte – 48 % mehr als vor zehn Jahren. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Depressionen sind die häufigste Ursache, gefolgt von Belastungs- und Anpassungsstörungen.
Wirtschaftlicher Nutzen: Warum sich Investitionen in Mental Health lohnen
Eine Investition in das Betriebliche Gesundheitsmanagement und speziell in Programme zur Mental Health bietet messbare wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen:
- Reduzierte Fehlzeiten und Ausfallkosten
Studien zeigen, dass Mitarbeitende, die mentale Unterstützung im Unternehmen erhalten, seltener und kürzer krankheitsbedingt ausfallen. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)[2] belaufen sich die Kosten durch Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland auf rund 17,2 Milliarden Euro pro Jahr. Durch eine gezielte Förderung der mentalen Gesundheit lassen sich diese Kosten signifikant reduzieren. - Produktivitätssteigerung und Mitarbeiterzufriedenheit
Psychisch gesunde Mitarbeitende sind motivierter, engagierter und produktiver. Laut einer Analyse der Deloitte haben Unternehmen, die auf Mental-Health-Programme setzen, eine Produktivitätssteigerung von bis zu 12 % verzeichnet. Zudem tragen Maßnahmen zur Mental Health zur Mitarbeiterbindung bei, da sie die Zufriedenheit und das Wohlbefinden erhöhen. Dies reduziert Kosten, die durch eine hohe Fluktuation entstehen. - Return on Investment (ROI)
Verschiedene Studien belegen einen klaren wirtschaftlichen Vorteil von Mental-Health-Initiativen. Der Mental Health ROI Report[3] von Deloitte weist darauf hin, dass das durchschnittliche Unternehmen pro investiertem Euro in mentale Gesundheit bis zu 4 Euro zurückgewinnen kann. Die WHO hat ebenfalls einen ROI von 1:4 für Präventionsprogramme bei Depression und Angststörungen festgestellt – ein starkes Argument für Unternehmen.
Wie kann Mental Health ins Betriebliche Gesundheitsmanagement integriert werden?
- Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen
Führungskräfte und Mitarbeitende sollten geschult werden, um die Anzeichen psychischer Belastungen zu erkennen und offen über Mental Health zu sprechen. Dies trägt zur Enttabuisierung des Themas bei und schafft ein unterstützendes Arbeitsumfeld. - Etablierung von Mental-Health-Anlaufstellen
Unternehmen sollten intern und extern Anlaufstellen zur Unterstützung bereitstellen, wie psychologische Beratungsdienste, betriebliche Sozialberatung oder die Zusammenarbeit mit externen PsychologInnen und TherapeutInnen. - Förderung einer gesunden Arbeitskultur
Ein Umfeld, das flexible Arbeitszeiten, regelmäßige Pausen und Work-Life-Balance unterstützt, fördert die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden. Auch eine gesunde Kommunikation und Anerkennung für geleistete Arbeit sind wichtige Aspekte. - Angebot von Präventionsprogrammen
Präventive Maßnahmen wie Stressmanagement-Workshops, Achtsamkeitstraining oder Coaching-Angebote können helfen, psychische Belastungen zu reduzieren und Burnout vorzubeugen.
Fazit: Mental Health als Teil des BGM zahlt sich aus
Mental Health im Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu verankern, ist eine Investition in die Zukunft eines Unternehmens. Es steigert die Produktivität, senkt Fehlzeiten und stärkt die Mitarbeiterbindung – und bietet mit einem nachgewiesenen ROI auch einen klaren wirtschaftlichen Vorteil. Unternehmen, die die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden fördern, profitieren langfristig von einem motivierten und gesunden Team und positionieren sich als attraktive, verantwortungsbewusste Arbeitgeber.
[1] https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/psychreport-2023_32618
[2] https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit?nn=679634de-3558-4653-a52d-eb6350f04161
[3] https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ca/Documents/about-deloitte/ca-en-about-blueprint-for-workplace-mental-health-final-aoda.pdf